Sabine Bode - Frieden schließen mit Demenz

Schon immer haben mich Themen gereizt, für die sich, als ich mit den Recherchen begann, angeblich "niemand interessierte" - so das häufigste Echo. Ich nannte sie die "stillen Themen". Still deshalb, weil die Menschen, deren Geschichten erzählt wurden, irgendwann, häufig viele Jahre zuvor, verstummt waren - hatten sie damit doch überwiegend verständnislose Reaktionen geerntet. In meinen Büchern kommen sie zu Wort: Menschen mit Visionen, deren Mut machende Erfahrungen in einer guten Demenzpflege in der breiten Öffentlichkeit überhört werden. Trauernde Menschen, die von ihrem Umfeld gedrängt wurden, "endlich wieder fröhlich zu sein." Ältere Menschen, die sich nicht von ihrer Kriegskindheit erholt haben. Menschen, die, lange Zeit ohne es zu wissen, ein Erbe aus NS-Vergangenheit und Kriegszeit in sich trugen und als Nachkriegskinder und Kriegsenkel Licht in die Schatten ihrer Familie bringen. - Ich danke meinen Gesprächspartnern. Sie alle tragen dazu bei, dass die "stillen Themen" heute zunehmend als gesellschaftlich relevant anerkannt werden.

Sabine Bode, Jahrgang 1947, begann als Redakteurin beim „Kölner Stadt-Anzeiger“. Seit 1978 arbeitet sie freiberuflich als Journalistin und Buchautorin.
 
 Sie lebt in Köln.

 

11.04.2019 - 20:00
Grütstr. 3-7, 40878 Ratingen
Eintritt frei

Gut zu Wissen

Wer viel Zeit mit der Lektüre von Büchern und Magazinen verbringt, verlängert sein Leben um durchschnittlich 23 Monate. In einer Längsschnitt-Studie der Yale University School of Public Health wurden gut 3500 Menschen ab 50 über fast 10 Jahre begleitet. Der Überlebensvorteil von Leseratten gegenüber Nichtlesern zeigte sich bei Magazinen ab mehr als sieben Stunden Schmökerzeit pro Woche; Bücher wirkten dagegen schon lebensverlängernd, wenn die Testpersonen bis zu 3,5 Stunden pro Woche lasen. Der Grund für diesen positiven Effekt ist offensichtlich die kognitive Stimulation, die das Lesen mit sich bringt.