Im Sonderzug nach Moers-Kapellen

Das Tragödchen setzt am Donnerstag, 24. Oktober seine Hommage an den Niederrheiner Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch mit einem neuen Programm fort. Denn der Fundus der neu in der Edition Dia erschienenen achtbändigen Hüsch-Gesamtausgabe ist schier unerschöpflich. Und Tragödchen-Direktor Bernhard Schultz hat sich inzwischen zum umjubelten Hüsch-Rezitator gemausert.

Dazu präsentiert die Tragödchen-Band unter Leitung des Musikdirektors Stephan Wipf neben einigen Rock-Klassikern unplugged Lieder des zur Zeit erfolgreichsten deutschen Rock-Stars: Udo Lindenberg. Bei der Songauswahl wurden die eher komischen Werke des Meisters ausgesucht.

Hanns Dieter Hüsch (* 6. Mai 1925 in Moers; + 6. Dezember 2005 in Werfen) war Kabarettist, Schriftsteller, Kinderbuchautor, Schauspieler, Liedermacher, Synchronsprecher und Rundfunkmoderator.

Mit über 53 Jahren auf deutschsprachigen Kabarettbühnen und 70 eigenen Programmen galt er als einer der produktivsten sowie erfolgreichsten Vertreter des literarischen Kabaretts im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Daneben war seine Stimme im deutschen Fernsehen der 70er und 80er Jahre allgegenwärtig. Er synchronisierte bis zu fünf Stimmen in über 400 Stan Laurel und Oliver Hardy (Dick und Doof)-Filmen. Auch den kleinen Strolchen lieh er seine Stimme, anders gesagt, kein Fernsehsonntagnachmittag ohne Hanns Dieter Hüsch.

Ab 20 Uhr entführt die Tragödchen-Bühne das Publikum ins Konzert der Kurkapelle, wir besuchen mit Hüsch ein Mehrzweckkulturzentrum und ein Klavierkonzert und weil es so schön war doch noch einmal Humbug an der Spritze, wo der Fettfleck auf der Burgmauer den historisch Interessierten Humbuger an das Schmalzbrot des Hugo von Espenlaub, der es dort vor den Raubrittern versteckt hielt, erinnert.

Von Udo Lindenberg sind einige Songs im Programm, dargeboten von Nicola Hausmann, Lotta Schultz und Marcel Planz, die mitgesungen werden können. Wir fahren mit dem Cello im Sonderzug nach Pankow bis an den Horizont. Aber auch andere, bei denen, wie immer im Tragödchen, auch etwas schiefgehen kann: erstens, weil das Publikum die Lieder nicht kennt und zweitens, weil die Band sie zum allerersten Mal zum Besten gibt, aber wieder mal nicht ordentlich geübt hat.

24.10.2019 - 20:00
Grütstr. 3-7, 40878 Ratingen
10 €

Gut zu Wissen

Wer viel Zeit mit der Lektüre von Büchern und Magazinen verbringt, verlängert sein Leben um durchschnittlich 23 Monate. In einer Längsschnitt-Studie der Yale University School of Public Health wurden gut 3500 Menschen ab 50 über fast 10 Jahre begleitet. Der Überlebensvorteil von Leseratten gegenüber Nichtlesern zeigte sich bei Magazinen ab mehr als sieben Stunden Schmökerzeit pro Woche; Bücher wirkten dagegen schon lebensverlängernd, wenn die Testpersonen bis zu 3,5 Stunden pro Woche lasen. Der Grund für diesen positiven Effekt ist offensichtlich die kognitive Stimulation, die das Lesen mit sich bringt.